Projektsuche

Naturnahe Entwicklung des Waldangelbaches 
mit naturnaher Umgestaltung des Gewässers
in Mühlhausen
Bausumme: ca. 1.366.000,00 €
Bauzeit: ca. April 2017 – April 2018
Bauherr: AHW Wiesloch 
Telefon: +49 6222 / 5706 - 0

Beschreibung:

Bereits in den Jahren 1969 und 1978 mussten die Verbandsgemeinden des Abwasser- und
Hochwasserschutzverbandes Wiesloch (Dielheim, Wiesloch, Mühlhausen und Rauenberg)
leidvolle Erfahrungen mit Überflutungsschäden machen.
Aus diesem Grund wurde seitens des neu gegründeten Abwasser- und Hochwasserschutzverbandes
Wiesloch beim Institut für Wasserwirtschaft und Kulturtechnik (IWK) der Universität
Karlsruhe die Erarbeitung eines neuen Hochwasserschutzkonzeptes zur Anpassung
des Hochwasserschutzgrades am Leimbach-Oberlauf und am Waldangelbach in Auftrag
gegeben. Darüber hinaus ist die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Verbandsgebiet
ein weiteres wichtiges Ziel des AHW.

Das Einzugsgebiet des Waldangelbaches liegt im nördlichen Teil des Kraichgauer Hügellandes.
Der Waldangelbach besitzt seine Quelle nördlich von Waldangelloch in der Nähe
von Eichelberg und verläuft danach in nordwestlicher Richtung bis zu seiner Mündung in
den Leimbach westlich des Stadtkerns von Wiesloch. Innerhalb des Verbandsgebietes,
welches flussaufwärts von Mühlhausen mit dem Hochwasserrückhaltebecken Mühlhausen
beginnt, passiert der Waldangelbach noch die Ortslagen Mühlhausen, Rotenberg und Rauenberg.

Bereich Kleingärten
Der hydraulisch überlastete Gewässerabschnitt in der Ortslage Mühlhausen verläuft parallel
zu der Unteren Mühlstraße und der ehemaligen Bahntrasse. Zwischen Station 6 + 204 und
6 + 294 liegt das in Fließrichtung linke Ufer teilweise tiefer als das rechte. Dadurch kommt
es zu Überflutungen in Richtung der ehemaligen Bahntrasse bzw. des Almenweges.
Durch eine Querschnittsaufweitung, bei der beide Böschungen mit Hilfe einer Blocksteinmauer
gesichert werden, soll eine Überflutung der betroffenen Flächen verhindert werden.
Die Blocksteinmauer wird mit Hilfe von quaderförmigen Muschelkalksteinen HMB 300/1000
errichtet. Die Blocksteine werden 30 cm stark in Einkornbeton gebettet. Die horizontalen
und vertikalen Lagerfugen müssen zwingend von Beton frei gehalten werden Der Blocksteinsatz
wird 4-reihig aufgebaut, wobei zur Begünstigung der Standsicherheit die unterste
Steinreihe mit eine Auflagerbreite von 0,8 bis 1,2 m ausgeführt wird. Hier ist ein Wasserbaustein
HMB 1000/3000 zu verwenden. Die Gründung des Blocksatzes erfolgt auf einem
40 cm mächtigen Grobschlag 40/90 mm.
Die Blocksatzhinterkante sollte nach Abschluss der Arbeiten mit der Grundstücksgrenze
der Anlieger übereinstimmen bzw. an den bestehenden Einfriedungen enden. Der Blocksatz
ist entsprechende dem Gefälle des Waldangelbaches zu versetzen.
Im Zuge dessen wird die bestehende marode Holzbrücke im Bereich des Almenweges abgerissen
und entsorgt. Sie wird durch einen neue Fuß und Radweg – Brücke ersetzt. Die
Brücke wird in Anlehnung an die bereits in Rauenberg gebauten Brücken aus Stahl hergestellt.
Die Zuwegung ist nach Möglichkeit so herzustellen, dass der hergestellte verrohrte
Bachabschnitt für die Wasserhaltung als Baustraße genutzt werden kann.

Umbau Wehranlage Untere Mühle
Das bestehende Wehr der Unteren Mühle stellt für die Fischwanderung ein Hindernis dar.
Um die Durchgängigkeit für die Fische zu gewährleisten, ist ein Umgehungsgerinne geplant,
da das aktuelle Wasserecht bestehen bleibt und somit kein Rückbau der Wehranlage
erfolgen kann. Momentan wird die Untere Mühle als Mahlmühle und Kleinkraftwerk genutzt.
Im Zuge der Wiederherstellung der Durchgängigkeit soll die Wehranlage modernisiert und
mit einer 7,00 m breiten hydraulischen Wehrklappe ausgestattet werden. Die Regulierung
erfolgt elektrisch und mit Hilfe eines Steuerschwimmers. Dadurch ist es möglich, den Wasserspiegel
konstant auf der für den Mühlenbetrieb erforderlichen Einstauhöhe zu halten. Im
Hochwasserfall klappt die Wehrklappe soweit um, dass ein HQ 100 einschließlich Lastfall
Klimaänderung abgeführt werden kann. Im sich anschließenden, mit einem Steinsatz (LMB
10/60, in Beton C 12/15) ausgebildeten, Tosbecken wird die hohe kinetische Energie des
austretenden Wassers durch Verwirbelungen in Wärme umgewandelt. Zusätzlich werden
die Böschungen mit einer Steinschüttung (LMB 10/60 bzw. LMB 5/40) bzw. einem Steinsatz
(LMB 10/60 in Beton C 12/15) gesichert. Der Querschnitt des Umleitungsgerinnes wurde
für die schadlose Abführung eines Hochwassers ausgelegt.
Die geplante Fließwasserverbindung wird ca. 90 m lang und ein Gefälle von ca. 2,8 % aufweisen.
Im Oberwasser wird der Ausstieg, in Form einer Einlauftrompete, bachaufwärts im
Anschluss an die neu gestaltete Wehranlage gelegt. Die Sohlanrampung mit einer Steigung
von 1 : 2 bietet allen Flusslebewesen Zugang. Treibgut wird von der Tauchwand abgehalten.
Bei einer vorausgesetzten Ausleitungswassermenge von mind. 110 l/s und einer mittleren
Fließgeschwindigkeit von 0,4 m/s und 0,6 m/s finden aufstiegswillige Fische ausreichende
Bedingungen. Das Umleitungsgerinne wird im kompletten Sohlbereich mit Bentonitmatten
ausgelegt, um eine Versickerung des Wassers zu verhindern. Darauf wird eine Kies –
Schotter Schicht aufgebracht
Im zwischen 0,80 m und 1,00 m breiten Umleitungsgerinne wird ein ca. 20 cm starkes
Sohlsubstrat eingebracht. Darauf werden Stör- und Lenksteine in unterschiedlichen Größen
eingebaut.
Der unterwasserseitige Einstieg in die Fließverbindung liegt ca. 30 m von dem Turbinenhaus
entfernt. Um die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen und damit eine ausreichende Lockströmung
zu erhalten, ist geplant, den Übergang zwischen Umleitungsgerinne und Waldangelbach
mit einer in einem Steinriegel integrierten Öffnung zu gestalten. Die Planung des
Umleitungsgerinnes wurde zusammen mit dem Fischereisachverständigen bei einem gemeinsamen
Erörterungstermin durchgesprochen und entsprechend angepasst.

Böschungssicherungsmaßnahme
Am Gebäude „Untere Mühlstraße 33“ sind in der Vergangenheit Setzungserscheinungen
und damit verbundene Schadensbilder aufgetreten. Des Weiteren sind die Uferböschungen
in diesem Bereich über längere Zeit nicht standsicher, da sie in der Vergangenheit immer
wieder nachbrachen und nur provisorisch hergestellt wurden.
Das Büro Töniges GmbH kommt im Rahmen seiner geologischen Untersuchung zu dem
Ergebnis, dass die Gebäudeschäden auf dauerhafte Bewegungen im Untergrund hinweisen.
Laut Gutachten ist davon auszugehen, dass „in Zukunft auch ohne neue bauliche Einwirkungen
weitere Setzungsbewegungen zu erwarten sind“ (Ing.-geol. Gutachten, Töniges
GmbH 2009, S.18).
Als Böschungssicherung des Bachufers entlang der Gebäude wird vom Büro Töniges
GmbH empfohlen, mindestens 5,00 m in den Baugrund eingebundene Spundwände mittels
eines Baggerlöffels einzudrücken.
Das Einrammen oder Vibrieren sollte vermieden werden, da dies zu weiteren Setzungsbewegungen
im Baugrund führen könnte. Im Vorfeld hat ein Schurf zu erfolgen um die Gründung
des Gebäudes festzustellen. Laut alten Bestandsplänen ist das Gebäude in Richtung
Bach bis ca. 2,60 m unter GOK gegründet.

Gewässerökologischer Umbau Bahnhofstraße / Dielheimer Straße
Der Bachlauf ist neu zu gestalten und es sollen zukünftig morphodynamische Prozesse im
Rahmen des bereitgestellten Fließquerschnittes zugelassen werden. Die Böschungen werden
mit unterschiedlichen Neigungen neu gestaltet. Durch die Anordnung von Fischpasssteinen
(nach dem Wiegnerischen Prinzip), Totholz und Inseln soll ein Anstoß zur Gewässerstrukturentwicklung
des Gewässerabschnittes gegeben werden. Die strömungslenkenden
Elemente verhelfen dem Waldangelbach zu differenzierten Strömungen. Im Bereich
der des rechten Ufers ist eine Verblendung aus Naturblocksteinen geplant. Diese wird mit
Hilfe von quaderförmigen Muschelkalksteinen HMB 300/1000 errichtet. Die Blocksteine
werden 30 cm stark in Einkornbeton gebettet. Die horizontalen und vertikalen Lagerfugen
müssen zwingend von Beton frei gehalten werden Der Blocksteinsatz wird 4-reihig aufgebaut,
wobei zur Begünstigung der Standsicherheit die unterste Steinreihe mit eine Auflagerbreite
von 0,8 bis 1,2 m ausgeführt wird. Hier ist ein Wasserbaustein HMB 1000/3000 zu
verwenden. Die Gründung des Blocksatzes erfolgt auf einem 40 cm mächtigen Grobschlag
40/90 mm.Entlang dieser Natursteinmauer wird der Waldangelbach durch das Anlegen von
Fischunterständen aufgewertet werden.
Im Zuge der Arbeiten am Waldangelbach wird eine Bewirtschaftungsweg parallel zum Gewässerverlauf
mit einer hydraulisch gebundenen Deckschicht hergestellt. Der Weg besteht
aus einer 38 cm starken Schotterschicht, darüber eine 8 cm starkes Splitt – Sand Gemisch.
Die Deckschicht besteht aus 2 cm Brechsand.
Des Weiteren soll am Bach ein Erlebnisspielplatz gestaltet werden.

Umbau Wehranlage Obere Mühle
Die veraltete Wehranlage mit Holzschützen schlägt zur Zeit in einen hydraulisch ungünstigen
90 Grad Winkel ab. Infolgedessen ist die Leistungsfähigkeit des Waldangelbaches in
diesem Bereich eingeschränkt. Hinter der Wehranlage befindet sich ein 0,86 m hoher Absturz
mit anschließender Stahlbeton-Schussrampe. Dadurch ist eine Längsdurchgängigkeit
des Waldangelbaches nicht gegeben.
Das Wasserrecht wird zurückgegeben es ist daher geplant, die bestehende Wehranlage
(Schütztafeln, Windwerk, Pfeiler), einschließlich des Triebwerkkanals sowie die Stahlbetonrampe
„trocken“ zu legen und zu erhalten. Da es sich um ein Kulturdenkmal nach §2
DSchG handelt ist eine Restaurierung der Schützanlage anzustreben und mit der Denkmalpflege
abzustimmen. Die Restaurierungsarbeite sind nicht Bestandteil der Ausschreibung.
Die Wehranlage ist über die gesamte Bauzeit zu erhalten und entsprechend zu sichern.
Zur Herstellung der Längsdurchgängigkeit ist der Bau einer insgesamt ca. 78 m langen
rauen Sohlrampe mit einer Neigung von 1 : 20 geplant. Sie erstreckt sich auf einer
Länge von 44 m mit einer sich anschließenden 0,80 m starken Kolkeintiefung (L = 16,00 m)
und einem 18,00 m langen Nachbodenschutz. Die Wehrmauer kann dafür so weit wie nötig
abgebrochen werden. Die Anforderungen des Denkmalschutzes sind zu beachten. Als Zuwegung
wir ein Bewirtschaftungsweg mit einer hydraulisch gebundenen Deckschicht hergestellt.
Der Weg besteht aus einer 38 cm starken Schotterschicht, darüber eine 8 cm starkes
Splitt – Sand Gemisch. Die Deckschicht besteht aus 2 cm Brechsand. Über den Waldangelbach
wird im Zuge des Bachausbaus eine ca. 9,50 m lange Fußgängerbrücke gebaut
um die Wehranlage zur Besichtigung zu erreichen.
Die Deckwerksbemessung für die raue Sohlrampe ergab eine ca. 0,80 m starke Steinschüttung
mit Wasserbausteinen LMB 5/40 (TLW 2003) auf einer 20 cm mächtigen Filterschicht
aus Grobschlag 40/60 mm und Geotextilvlies als Trennlage. Im Zu- und Ablauf der
Sohlrampe werden Spundwände gegen rückschreitende Erosion in den Untergrund eingebracht.
Die bestehende hydraulisch ungünstige Abwinklung wird durch die neue Linienführung
günstiger gestaltet. Jedoch sollen die Eingriffe in die Landschaft, insbesondere in die Uferund
Böschungsvegetation auf ein Minimum beschränkt bleiben. Die Neigung der Uferböschung
des neu gestalteten Gewässerverlaufes ist mit 1 : 4 gewählt worden. Im Bereich
des ursprünglichen Bachbettes soll die Böschung, sofern möglich, erhalten und nur in sehr
steilen Bereichen mit Blocksätzen umgestaltet und gesichert werden.
Die Sohlbreite der rauen Rampe wurde zwischen 1,00 m und 1,50 m gewählt. Zur Gewährleistung
einer ausreichenden Wassertiefe bei Niedrigwasser ist eine im Bereich der Sohlrampe
eingetiefte mäandrierende Trockenwetterrinne vorgesehen.
Der wilde Verbau im Zulaufbereich der rauen Rampe wird, soweit möglich, entfernt und die
Böschung in diesem Bereich durch eine Blocksteinmauer gesichert. Diese wird mit Hilfe
von quaderförmigen Muschelkalksteinen HMB 300/1000 errichtet. Die Blocksteine werden
30 cm stark in Einkornbeton gebettet. Die horizontalen und vertikalen Lagerfugen müssen
zwingend von Beton frei gehalten werden Der Blocksteinsatz wird 4-reihig aufgebaut, wobei
zur Begünstigung der Standsicherheit die unterste Steinreihe mit eine Auflagerbreite von
0,8 bis 1,2 m ausgeführt wird. Hier ist ein Wasserbaustein HMB 1000/3000 zu verwenden.
Die Gründung des Blocksatzes erfolgt auf einem 40 cm mächtigen Grobschlag 40/90 mm.

 

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