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Umgestaltung des Springbach 
Benhauser Feld Nord
in Paderborn
Bausumme: ca. 170.000,00 €
Bauzeit: Dezember 2015 - Januar 2016
Bauherr: STEB Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn
Telefon: +49 5251 / 88 - 0
 
Der Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn (STEB) beabsichtigt unter fachlicher Betreuung durch das Amt für Umweltschutz und Grünflächen die naturnahe Umgestaltung des Springbaches. Durch die Strukturverbesserung sollen insbesondere Niederschlags-Einleitungen kompensiert und die Ziele der EG-Wasserrahmenrichtlinie erreicht werden. Diese sieht u. a. einen guten ökologischen Zustand der Gewässer vor.
Um diese Ziele zu erreichen, soll der Springbachabschnitt zwischen Piepenturmweg und Benhauser Straße neu profiliert werden. Das geradlinig ausgebaute Profil wird ersetzt durch ein gewässer- und naturraumtypologisch angepasstes naturnahes Bachbett. Im Teil oberhalb des Hochwasser-rückhaltebeckens (HRB) Benhauser Straße orientiert sich die Planung am Typus des Karstbaches. Typisch sind häufiges bis überwiegendes trocken fallen, ein gestreckter Verlauf und eine relativ breite Sohle. Verwitterungsschichten des anstehenden Kalkgesteins treten sowohl an den Böschungen als auf der Bachsohle hervor. Sohle und Böschungen sind abwechslungsreich und naturnah vorgesehen (z. B. Prallhang-/Gleithanggestaltung).
Das geplante Profil weist eine deutlich höhere hydraulische Leistungsfähigkeit als im Bestand auf. Die Profiloberbreite liegt zwischen 6 und 8 m bei einer Einschnittstiefe von 70 bis 125 cm.
Der Planungsabschnitt innerhalb des HRB befindet sich im Bereich der Hellwegbörden, einem Naturraum des Tieflands. Typentsprechend soll das Gewässer dort einen hohen Windungsgrad und eine geringe Einschnittstiefe erhalten (nur 20 cm). Die Profilbreite dort erreicht nur 2 bis 3 m, so dass des dort häufig zu Ausuferungen in den Bereich der HRB-Sohle kommen wird.
Im Einlaufbereich in das HRB ist eine Sohlrampe vorhanden. Diese soll von 1:8 auf 1:6 abgeflacht werden. Dabei ist sowohl vorhandenes als auch anzulieferndes Felsmaterial zu nutzen. Über die Sohlrampe hinaus sind keinerlei Gewässerbefestigungen vorgesehen.
Insgesamt beträgt die zu gestaltende Gewässerlänge knapp 750 m.
Aufgrund der besonderen Situation mit überwiegenden Trockenzeiten wird besonderer Wert auf die Gestaltung offener, magerer und teils felsig-steiniger Lebensräume gelegt. Diese sind typisch für die Paderborner Hochfläche und werden von angepassten Tier- und Pflanzenarten genutzt. Zugleich wird durch die Offenheit der Anlage die Einbindung in den vorhandenen Park unterstützt.
Über die reine Gewässergestaltung hinaus sind noch weitere Landschaftspflege-, Landschaftsbau- sowie Wegebauleistungen vorgesehen. Dazu zählt die Rodung von Gebüschen aus einer vorhandenen Gehölzreihe, wobei die Bäume belassen werden sollen. Auch diese Maßnahme dient der Erhöhung der Transparenz der vorhandenen Parkanlage bzw. der Wegeführung. Weiterhin sind Steinhaufen als Lebensraum für Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien anzulegen.
Aufzunehmende wassergebundene bzw. asphaltierte Wege werden durch gleichartige neue Wege ersetzt. Flächen zwischen Wegen und Bestandsverlauf des Springbaches sollen mit einer regionalen Extensiv-Grünlandmischung eingesät werden.
Oberhalb des HRB ist eine Bodenmiete aus der Becken-Herstellung vorhanden. Diese Miete ist aufzunehmen und zu einer dem AG zur Verfügung stehenden Fläche am Gruppenklärwerk Sande zu verfahren.
Im Planungsbereich verlaufen mehrere Leitungsverbindungen des Betreibers Westfalen Weser Netz (WWN). WWN wird diese Leitungen soweit nötig selbst verlegen. Zum Ausführungszeitraum ist dies im Planungsabschnitt 4 mit Beleuchtungskabeln sowie Leerrohren für ein Lichtwellenleiterkabel bereits passiert. Das Einziehen der Kabel wird jedoch wohl erst zum Jahresende abgeschlossen sein, so dass erst dann im Abschnitt 4 mit den Arbeiten begonnen werden kann.
Die genaue Lage eines Mittelspannungskabels im Abschnitt 2 (oberhalb des Hochwasserrückhaltebeckens) ist durch den AN mit Hilfe von Querschlägen zu klären. Erforderlichenfalls wird WWN dann umgehend die Leitung selbst neu verlegen bzw. dükern.
Erschwernisse aus diesen Leitungsarbeiten von WWN, insbesondere auch zeitliche Verzögerungen, sind zu berücksichtigen und einzukalkulieren.
Im Zuge der Maßnahme sind in den Hauptpositionen Bodenmassen im Umfang von ca. 600 cbm Oberboden und ca. 8.450 cbm Unterboden auszubauen und abzufahren, etwa 830 cbm werden vor Ort wieder eingebaut.
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